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Die Seele ist wie ein Garten: Was gepflegt wird, wächst; was vernachlässigt wird, verdorrt.
Wohltätigkeit verliert ihre Reinheit, wenn sie zum Handel um eine Belohnung wird.
Durch Prüfungen führt das Gewissen die Seele zu tieferem Wachstum.
Inhalt: Der innere Garten der Seele, reine Absicht und der wahre Reichtum der Seele

Leitfragen
- Warum wird jede Seele mit einem Garten verglichen?
- Warum verliert Wohltätigkeit ihre Reinheit, wenn sie als Handel um eine Belohnung verstanden wird?
- Wie können Herausforderungen und Schwierigkeiten die Seele wachsen lassen?
- Was ist der einzige wahre Reichtum, den wir über dieses Leben hinaus tragen?
Koran 2:264–267
264. O die ihr glaubt, macht nicht eure Almosen durch Vorhaltungen und Beleidigungen zunichte, wie derjenige, der seinen Besitz aus Augendienerei vor den Menschen ausgibt und nicht an Allah und den Jüngsten Tag glaubt! So ist sein Gleichnis das eines glatten Steins mit Erdreich darüber: Ein heftiger Regenguß trifft ihn und läßt ihn nackt. Sie haben keine Macht über etwas von dem, was sie erworben haben. Allah leitet das ungläubige Volk nicht recht.
265. Das Gleichnis jener aber, die ihren Besitz im Trachten nach Allahs Zufriedenheit und aus ihrer Gewißheit ausgeben, ist das eines Gartens auf einer Anhöhe, den ein heftiger Regenguß trifft, und da bringt er seinen Ernteertrag zweifach (hervor). Und wenn ihn kein heftiger Regenguß trifft, so doch Sprühregen. Und was ihr tut, sieht Allah wohl.
266. Möchte einer von euch gern, daß er einen Garten habe mit Palmen und Rebstöcken, durcheilt von Bächen, in dem er von allen Früchten hat, während ihn (schon) hohes Alter getroffen hat und er (noch) schwache Nachkommenschaft hat, und daß ihn (den Garten) dann ein glühend heißer Wirbelwind treffe und er hierauf verbrenne? So macht Allah euch die Zeichen klar, auf daß ihr nachdenken möget!
267. O die ihr glaubt, gebt aus von den guten Dingen aus eurem Erworbenen und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben. Und sucht nicht zum Ausgeben das Schlechte davon aus, während ihr (selbst) es nicht nehmen würdet, ohne dabei ein Auge zuzudrücken. Und wißt, daß Allah Unbedürftig und Lobenswürdig ist. *
Jede Seele trägt einen inneren Garten
Ein herrlicher Vers.
Wenn du die Ernte einbringst, preise den Allmächtigen. Wenn du den Hungrigen speist, teilst du von dem, was dir anvertraut wurde.
Jede Seele trägt einen inneren Garten. Was du in ihm pflegst und aus ihm hervorbringst, prägt dein Leben. Wie du mit dem dir Anvertrauten umgehst, so wird auch deine eigene Ernte sein.
Der Garten ist ein Bild für die innere Wesensart des Menschen. Der Neidische kann sich nicht über die Ernte seines Nächsten freuen. Doch dieselbe Quelle kann alle Gärten nähren. Wo Feindschaft wächst, versickert das Wasser; wo Liebe und Güte wachsen, wird der Boden fruchtbar.
Manche glänzen durch Illusion, während sie in Sünde versinken. Andere erscheinen in den Augen der Welt unscheinbar und finden dennoch die Kraft, ihre Ängste zu überwinden. Eigeninteresse und Eitelkeit entfernen den Menschen von seinem wahren Wesen. Selig ist, wer Gedanken, Gewissen und Seele miteinander in Einklang bringt.
Die Seele wird durch Angst, Hunger, Verlust und Schwierigkeiten geprüft. Diese Prüfungen zeigen, was im Garten wächst und was noch gereinigt, bewässert und gestärkt werden muss.
Unsere Taten sind wie Samen, die wir in uns tragen. Manche werden in Eitelkeit verstreut und andere wachsen aus Geduld, Gewissen und Liebe. Nicht alles, was wir säen, wächst sofort. Doch was aufrichtig ist, geht nicht verloren.
Was wir vernachlässigen, verkümmert. Was wir pflegen, wächst.
Koran 2:270–274
270. Und was immer ihr an Spenden ausgebt oder als Gelübde gelobt, Allah weiß es. Und die Ungerechten werden keine Helfer haben.
271. Wenn ihr Almosen offen zeigt, so ist es trefflich. Wenn ihr sie aber verbergt und den Armen gebt, so ist es besser für euch, und Er (Allah) wird etwas von euren bösen Taten tilgen. Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.
272. Nicht dir obliegt ihre Rechtleitung, sondern Allah leitet recht, wen Er will. Was immer ihr an Gutem ausgebt, (das) ist für euch selbst. Und ihr gebt nur im Trachten nach Allahs Angesicht aus. Und was immer ihr an Gutem ausgebt, wird euch in vollem Maß zukommen, und es wird euch kein Unrecht zugefügt.
273. (Gebt am besten aus) für die Armen, die auf Allahs Weg daran gehindert werden, im Lande umherreisen zu können. Der Unwissende hält sie wegen ihrer Zurückhaltung für unbedürftig. Du erkennst sie an ihrem Merkmal: Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid.
274. Diejenigen, die ihren Besitz bei Nacht und Tag, heimlich oder öffentlich ausgeben, haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.
Wohltätigkeit ohne Erwartung einer Belohnung: die reine Absicht
Ein herrlicher Vers.
Tut Gutes nicht in Erwartung einer Belohnung des Allmächtigen, sondern aus dem aufrichtigen Verlangen eurer Seele, Gutes zu tun. Denn wer nur handelt, um dafür belohnt zu werden, handelt noch immer aus einem gewissen Eigeninteresse.
Wenn eure Seele noch nicht so weit ist, ohne jede Erwartung einer Belohnung selbstlos zu handeln, dann tut das Gute mit dem Wunsch, zur Selbstlosigkeit heranzuwachsen. So werden dunkle Versuchungen in der Seele überwunden: Nach und nach wird die Dunkelheit verdrängt, und die Seele wird auf dem wahren Weg mit Licht erfüllt.
Wahre Rechtschaffenheit beginnt jenseits ritueller Ausrichtung. Sie beginnt dort, wo die Absicht eines Menschen rein wird: wenn das Gute weder zur Schau noch aus Erwartung einer Gegenleistung getan wird, sondern weil die Seele gelernt hat, das Gute um seiner selbst willen zu tun und die Stimme des Allmächtigen in ihrem eigenen Gewissen zu erkennen.
Dankbarkeit für Herausforderungen und das Wachstum der Seele
Dankt dem Allmächtigen auch für die Herausforderungen, denen ihr auf dem Weg zwischen Dunkelheit und Licht begegnet. Sie sind nicht ohne Sinn. Sie zeigen euch, wo eure Seele noch wachsen, sich reinigen und an Stärke gewinnen muss.
Dies ist ein Teil des geraden Weges: Die Seele wächst, wenn sie sich immer stärker an der Stimme des Schöpfers – Liebe, Gewissen und Vernunft ausrichtet.
In jedem Menschen gibt es die Stimme des Schöpfers. Sie begleitet euch in jedem Augenblick. Denkt an sie, wenn ihr vor einer Entscheidung steht und euch fragt, wie ihr handeln sollt.
Die Seele als einziger wahrer Reichtum
Wenn du alles verlierst, verliere nicht die Hoffnung. Verfluche nicht dein Schicksal – bete.
Keinen Besitz kannst du über dieses Leben hinaus bewahren. Deine Seele ist dein einziger wahrer Reichtum. Pflege sie, denn sie ist die Ernte deines Lebens.
* Der Text wurde aus der Fassung der „Koran auf Deutsch-Bubenheim – Dr. Elyas – Sura 2“ zitiert. ⬆ zurück
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