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Wucher macht Not zu Gefangenschaft und Schulden zu einer Waffe der Kontrolle.
Das Gesetz muss die Schwachen durch das Gewissen schützen, nicht der Ausbeutung dienen.
Am Tag des Gerichts wird nur die Stufe der Seele zählen.
Inhalt: Wucher, Schulden, Tag des Jüngsten Gerichts und das Gesetz des Gewissens

Leitfragen
- Was lehrt Koran 2:275–281 über Wucher, Ausbeutung und die Schuld der Seele?
- Warum macht Wucher Not zu Gefangenschaft und Schulden zu einer Waffe der Kontrolle?
- Warum wird die Rückgabe geraubter Energie als Gerechtigkeit und nicht als Strafe beschrieben?
- Warum wird am Tag des Jüngsten Gerichts nur die Stufe der Seele zählen?
- Was bedeutet das Bild der Frequenz-Türen am Tag des Jüngsten Gerichts?
- Was lehrt Koran 2:282 über Schulden, schriftliches Recht und den Schutz der Schwachen?
- Warum muss Recht nach dem Gesetz des Gewissens geschrieben werden?
- Was lehrt Koran 2:283 über Vertrauen, Versuchung und Stärkung der Seele?
- Wie stärkt die Überwindung der Versuchung zum Diebstahl die Seele?
Koran 2:275–281 — Wucher, Ausbeutung und die Schuld der Seele
275. Diejenigen, die Zins verschlingen, werden nicht anders aufstehen als jemand, den der Satan durch Wahnsinn hin und her schlägt. Dies (wird sein), weil sie sagten: „Verkaufen ist das gleiche wie Zinsnehmen.” Doch hat Allah Verkaufen erlaubt und Zinsnehmen verboten. Zu wem nun eine Ermahnung von seinem Herrn kommt, und der dann aufhört, dem soll gehören, was vergangen ist, und seine Angelegenheit steht bei Allah. Wer aber rückfällig wird, jene sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.
276. Dahinschwinden lassen wird Allah den Zins und vermehren die Almosen. Allah liebt niemanden, der ein beharrlicher Ungläubiger und Sünder ist.
277. Gewiß, diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.
278. O die ihr glaubt, fürchtet Allah und laßt das sein, was an Zins(geschäften) noch übrig ist, wenn ihr gläubig seid.
279. And if you do not, then be informed of a war [against you] from Allāh and His Messenger. But if you repent, you may have your principal – [thus] you do no wrong, nor are you wronged.
280. Und wenn er (der Schuldner) in Schwierigkeiten ist, dann sei (ihm) Aufschub (gewährt,) bis eine Erleichterung (eintritt). Und daß ihr (es) als Almosen erlaßt, ist besser für euch, wenn ihr (es) nur wißt.
281. Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. *
Wucher als Versklavung durch Schulden
Ich danke dem Allmächtigen für diesen Vers.
Diejenigen, die nicht verleihen, um dem Bedürftigen zu helfen, sondern um durch schwere Zinsen zu versklaven, binden sich selbst an eine Schuld, die weit größer ist als das Geld, das sie gefordert haben. Ein Darlehen, das als Hilfe gegeben wird, kann Leben schützen. Ein Darlehen, das als Falle gegeben wird, macht Not zu Gefangenschaft.
Wucher ist nicht nur eine finanzielle Praxis. Er ist eine Form der Herrschaft. Wenn Schulden zu einer Waffe der Kontrolle werden, erniedrigen sie die Würde des Menschen, nehmen den Schwachen Kraft und machen aus der Not eines anderen Menschen Gewinn.
Diejenigen, die auf diese Weise ausbeuten, werden zusammen mit anderen Räubern ihre Schulden nach dem Tag des Jüngsten Gerichts zurückgeben. Sie werden zurückgeben, was sie genommen haben, bis jede geraubte Energie wiederhergestellt ist. Erst danach werden sie in den Staub gehen.
Dies wird keine Strafe des Allmächtigen sein. Es wird Gerechtigkeit sein. Der Allmächtige ist das Absolute der Gerechtigkeit, und nichts, was durch Ungerechtigkeit genommen wurde, verschwindet aus der moralischen Ordnung der Schöpfung.
Doch Reue bleibt möglich. Wenn solche Menschen wahrhaft bereuen und noch Zeit haben, ihre Seele wachsen zu lassen, können sie in die Welt der Ewigkeit eintreten. Aber falsche Reue wird diesen Weg nicht öffnen. Niemand wird durch Schein, äußere Darstellung oder Worte, die die Seele nicht verändern, in die Ewigkeit eintreten.
Tag des Jüngsten Gerichts und die Stufe der Seele
Jede Seele strahlt Frequenzen aus. Eine erhobene Seele trägt erhobene Frequenzen; eine erniedrigte Seele trägt erniedrigte Frequenzen. Am Tag des Jüngsten Gerichts werden die Tore wie Frequenz-Türen sein — zur Welt der Ewigkeit oder zum Staub.
Am Tag des Jüngsten Gerichts wird nur die Stufe der Seele zählen.
Es wird keine Rolle spielen, welche Religion ein Mensch bekannt hat, ob er beschnitten war oder nicht, ob er sich Atheist oder Gläubiger nannte, wie viele gute Taten er gezählt oder wie viele böse Taten er zu verbergen versucht hat. Die Stufe der Seele wird sichtbar sein.
An jenem Tag wird die Stufe jeder Seele klar offenbar werden. Wohin jede Seele geht — zur Welt der Ewigkeit oder zum Staub — wird allein von Allah entschieden. Darum bleibt nicht in Trauer über jene stehen, die gefallen sind. Richtet eure Kraft auf die Lebenden, die noch Zeit haben, zu erwachen und ihre Seele wachsen zu lassen.
Quran 2:282 — Debt, Written Law, and the Protection of the Weak
282. O die ihr glaubt, wenn ihr auf eine festgesetzte Frist, einer vom anderen, eine Geldschuld aufnehmt, dann schreibt es auf. Und ein Schreiber soll (es) für euch gerecht aufschreiben. Und kein Schreiber soll sich weigern zu schreiben, so wie Allah (es) ihn gelehrt hat. So soll er denn schreiben, und diktieren soll der Schuldner, und er soll Allah, seinen Herrn, fürchten und nichts davon schmälem. Wenn aber der Schuldner töricht oder schwach ist oder unfähig, selbst zu diktieren, so soll sein Sachwalter (es) gerecht diktieren. Und bringt zwei Männer von euch als Zeugen. Wenn es keine zwei Männer sein (können), dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein, mit denen als Zeugen ihr zufrieden seid, – damit, wenn eine von beiden sich irrt, eine die andere erinnere. Und die Zeugen sollen sich nicht weigern, wenn sie aufgefordert werden. Und seid nicht abgeneigt, es – (seien es) klein(e) oder groß(e Beträge) – mit seiner (vereinbarten) Frist aufzuschreiben! Das ist gerechter vor Allah und richtiger für das Zeugnis und eher geeignet, daß ihr nicht zweifelt; es sei denn, es ist ein sofortiger Handel, den ihr unter euch tätigt. Dann ist es keine Sünde für euch, wenn ihr es nicht aufschreibt. Und nehmt Zeugen, wenn ihr untereinander einen Verkauf abschließt. Und kein Schreiber oder Zeuge soll zu Schaden kommen. Wenn ihr (es) aber (dennoch) tut, so ist es ein Frevel von euch. Und fürchtet Allah! Und Allah lehrt euch. Allah weiß über alles Bescheid.
Recht nach dem Gesetz des Gewissens
Ein herrlicher Vers.
Der Hauptzweck dieses Verses besteht nicht nur darin, Regeln für den Abschluss eines Geschäfts zu beschreiben. Seine tiefere Lehre liegt im Schutz dessen, der Schulden auf sich nimmt — besonders dann, wenn der Schuldner schwach, verletzlich, im Verständnis eingeschränkt oder nicht in der Lage ist, vollständig für sich selbst zu sprechen.
Eine Schuld schriftlich festzuhalten, ist kein Misstrauen. Es ist Schutz. Es verhindert Manipulation, Druck, verborgenen Zwang und die Ausbeutung derer, die sich nicht selbst verteidigen können.
In den Regeln des Geschäfts wird die Gegenwart des Gewissens sichtbar. Das Verfahren ist nach dem Gesetz des Gewissens geschrieben: Die schwächere Partei muss geschützt werden, der Schreiber muss gerecht handeln, Zeugen dürfen nicht manipuliert werden, und niemand darf durch den Vorgang der schriftlichen Festhaltung der Vereinbarung geschädigt werden.
Wenn Regierungen alle Gesetze nach dem Gesetz des Gewissens schreiben würden, gäbe es keine Tyrannen, keine Kriege, keine Diebe und keine anderen Ungerechtigkeiten. Alle Gesetze, die ohne das Gesetz des Gewissens geschrieben werden, sind Gesetzlosigkeit im Gewand des Gesetzes.
Koran 2:283 — Vertrauen, Versuchung und Stärkung der Seele
283. Und wenn ihr auf einer Reise seid und keinen Schreiber findet, dann sollen Pfänder in Empfang genommen werden. Und wenn dann einer von euch dem anderen (etwas) anvertraut, so soll derjenige, dem (es) anvertraut wurde, das ihm anvertraute Pfand (wieder) aushändigen, und er soll Allah, seinen Herrn, fürchten. Und verheimlicht kein Zeugnis. Wer es aber verheimlicht, dessen Herz ist gewiß sündhaft. Und Allah weiß über das, was ihr tut, Bescheid.
Vertrauen als Prüfung der Seele
Dieser Vers hilft schwachen Seelen, sich nicht vom Diebstahl verführen zu lassen.
Wo Vertrauen besteht, kann Versuchung entstehen. Einem Menschen kann etwas anvertraut werden, das einem anderen gehört; er kann ein Pfand halten, Zeugnis tragen oder in eine Situation geraten, in der scheinbar niemand zusieht. Doch die Seele wird immer durch die Entscheidung geformt, die sie trifft.
Diejenigen, die aus Schwäche der Seele Versuchung empfanden, sich ihr aber nicht ergeben haben, sollen dem Allmächtigen für diesen Vers danken. Durch die Überwindung der Versuchung sind sie in der Seele stärker geworden.
Äußere Gerechtigkeit kann ohne innere Disziplin nicht bestehen. Eine Gesellschaft ohne Ungerechtigkeit ist nur möglich, wenn einzelne Menschen sich weigern, von Gier, Verschweigen und Diebstahl beherrscht zu werden.
So sind Schulden, Zinsen, schriftliches Recht, Zeugnis und Vertrauen nicht nur wirtschaftliche oder rechtliche Fragen. Sie offenbaren den moralischen Zustand der Gesellschaft, die nach ihnen lebt.
Gerechtigkeit in der Welt spiegelt die Stufe derer wider, die sie aufbauen.
* Der Text wurde aus der Fassung der „Koran auf Deutsch-Bubenheim – Dr. Elyas – Sura 2“ zitiert. ⬆ zurück
Verwandte Themen
Setzen Sie die Lektüre mit verwandten Kapiteln zur Koran-Auslegung, zu Wucher, Schulden, dem Gesetz des Gewissens, dem Tag des Jüngsten Gerichts, der Stufe der Seele und dem moralischen Zustand der Gesellschaft fort.
Koran-Auslegung, Schulden und die Seele
- Bereich Koran-Auslegung
- Koran-Auslegung 2.13 — Der innere Garten der Seele und reine Absicht (2:264–267; 2:270–274)
- Koran-Auslegung 2.12 — Die Freiheit der Seele und kein Zwang im Glauben (2:255–257; 2:193; 2:284–286)
- Koran 3 — Wenn Symbole verfälscht werden, wird die Wahrheit verdunkelt (3:7)
Gewissen, Tag des Jüngsten Gerichts und moralisches Gesetz
- Bereich Wahrer Glaube
- Was ist das Ziel des Lebens auf der Erde?
- Die Dreifaltigkeit von Gottes Gesetz — Liebe, Gewissen, Vernunft
- Zeit, einander zu erwecken
Das Buch, heilige Texte und Gesellschaft
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